Freitag, 19. November 2010

Ich bin Bio, du Arschloch

Freitagmorgen. Ich gehe einkaufen. Im Supermarkt kaufe ich mein Bio Zeug und stelle mich an die Kasse. Verdammt. Ich habe keine Tasche dabei. Ich habe jetzt zwei Möglichkeiten. Ich kaufe die billige Plastiktüte oder den Jutebeutel für zwei Euro (mit individuellem Siebdruck). Ich muss an die Robben denken. Eine von ihnen wird sich später unweigerlich in dem Plastik verfangen, wenn es ins Meer gespült wird. Sie wird jämmerlich daran zugrunde gehen. Ich entscheide mich für die Jute.

Hinter mir packt eine Frau ihren Müll auf das Laufband. Billigfleisch in rauen Mengen. "Ich bin Bio, du Arschloch", denke ich. Die Kassenfrau fragt, ob ich zu meinem Beutel noch eine Plastiktüte will (!!). Er könnte ja nass werden. Mit einem verächtlichen Blick strafe ich sie ab.

Jetzt noch zum Bäcker Bio-Hörnchen holen. Als ich bezahle, kommt mir der Gedanke, dass sie bald Bio-Geld ausgeben sollten. Draußen steht ein Penner mit der Straßenzeitung. Ich kaufe eine und gebe großzügig "Trinkgeld". Er bedankt sich und geht ohne mir eine Zeitung zu geben. "Moment, hast du nicht etwas vergessen?", rufe ich ihm nach. Sich entschuldigend kommt er zurück und händigt mir eine Zeitung aus.

Zufrieden laufe ich nach Hause. Ich habe innerhalb von 20 Minuten einer Robbe und einem Penner das Leben gerettet. Eine gute Basis um den Tag zu beginnen. Plötzlich trifft mich der Schlag. Ich blättere nervös in der Pennerzeitung, stelle dann aber erleichtert fest: Altpapier!

Kurz vor der Haustür trete ich in etwas rutschiges. Es ist braun und sieht nach Scheiße aus. "Kein Problem, alles Bio", denke ich bei mir.

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